Hilfsnavigation

Sprache
A2_Altes Amtsgericht_Portal

Kreisstadt Groß-Gerau

Am Marktplatz 1
64521 Groß-Gerau

Telefon:06152 - 71 6-0
Fax:06152 - 71 63 09
E-Mail:kreisstadt@gross-gerau.de

Externer Link: FacebookFacebook
09. November 2017

„Frei leben – ohne Gewalt“ – Aus Anlass des internationalen Gedenktages wehen in der Kreisstadt Fahnen

Großes Bild anzeigen
Aktion_Nein zu Gewalt an Frauen

Rund um den 25. November, den internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“, setzen die Organisation „Terre des Femmes“ und zahlreiche Gemeinden mit der Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“ ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt, die Mädchen und Frauen an vielen Orten der Welt täglich erleben. Zu den teilnehmenden Kommunen gehört seit langen Jahren auch die Kreisstadt Groß-Gerau, die den Gedenktag 2017 zum Anlass nimmt, erneut Flagge zu zeigen.

Informationsmaterial zur Fahnenaktion von Terre des Femmes „Frei leben – ohne Gewalt“ hält das Sozial- und Integrationsbüro (SIB) im Groß-Gerauer Stadthaus bereit. Das SIB der kommunalen Verwaltung ist zudem Anlaufstelle für von Gewalt bedrohte und/oder be-troffene Frauen.

In diesem Jahr widmet sich „Terre des Femmes“ anlässlich des internationalen Gedenktages dem Schwerpunktthema „Mädchen schützen! Weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden“. Weibliche Genitalverstümmelung bezeichnet eine schwere Menschenrechtsverletzung, bei der Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt werden. Diese Praxis stellt einen Verstoß gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit dar. Zudem verstößt sie gegen die Kinderrechte gemäß der Kinderrechtskonvention, gilt somit als Kindesmisshandlung. Nach Angaben von UNICEF waren 2016 weltweit mehr als 200 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Tatsächlich dürften es eher doppelt so viele sein, denn bisher gibt es nur für die afrikanische Region südlich der Sahara, Ägypten und Irak umfassende Studien. Dabei weiß man heute, dass auch im Nahen und Mittleren Osten sowie in Südostasien Mädchen und Frauen genitalverstümmelt werden. Und auch in Deutschland sind Mädchen dem Risiko ausgesetzt, heimlich hierzulande oder im Ausland im Genitalbereich verstümmelt zu werden.

„Terre de Femmes“ setzt sich dafür ein, dass die Resolution zur Abschaffung weiblicher Genitalverstümmelung der Vereinten Nationen überall umgesetzt wird. Die Organisation arbeitet daran, dass Fachkräfte und Interessierte in Europa so viel über dieses Thema wissen, dass möglichst alle Mädchen geschützt werden können. „Terre des Femmes“ will den vielen Tausend Betroffenen in Deutschland eine Stimme geben und für ihre Belange eintreten. Dafür sorgen, dass Politiker die Relevanz dieses Themas für eine gerechte, gesunde und gleichgestellte Gesellschaft erkennt. Denn wo weibliche Genitalverstümmelung ignoriert und bagatellisiert wird, wird sie auch weiterhin praktiziert.

Der Gedenk- und Aktionstag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ geht zurück auf den 25. November 1960, als drei Schwestern aufgrund ihrer politischen Aktivitäten vom militärischen Geheimdienst der dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet wurden. Der 25. November wurde zu einem Symbol der Frauenbewegung weltweit und ist seit 1990 als Gedenktag von den Vereinten Nationen (UNO) offiziell anerkannt.