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25. April 2017

Gemeinsame Pressemitteilung von Stadt Groß-Gerau, Diakonischem Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim und Kreissparkasse Groß-Gerau

Sachbeschädigungen und Pöbeleien in der Innenstadt nicht länger hinnehmbar

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Innenstadt Marktplatz

„Wer in unsere Stadt kommt, soll sich willkommen und sicher fühlen“, sagt Bürgermeister Stefan Sauer. Um dies zu gewährleisten, besitze das Bewahren der öffentlichen Ordnung für die kommunale Verwaltung einen hohen Stellenwert. In den zurückliegenden Monaten sah sich die Stadt jedoch gemeinsam mit Gewerbetreibenden mit einer Herausforderung konfrontiert, die auf eine zunehmende Anzahl obdachloser Menschen im Innenstadtbereich zurückzuführen ist. „In Groß-Gerau hat es schon immer Menschen gegeben, die aufgrund verschiedenster Schicksale ihr Obdach verloren haben, auf der Straße lebten“, betont Sauer. Sie sind Teil unserer Gesellschaft und erleben in Groß-Gerau eine übergroße Hilfsbereitschaft. Doch dauerhaft massiv alkoholisierte Obdachlose osteuropäischer Herkunft, die ihre Körperhygiene stark vernachlässigen und gegenüber Passanten ein pöbelhaftes Verhalten an den Tag legen, das sei neu und habe im zurückliegenden Jahr spürbar zugenommen.

Hygiene sei ein ernstzunehmendes Thema, ebenso wie Sicherheit, so Sauer. Bedauerlicherweise hätten zahlreiche Kontakte und Aufforderungen der städtischen Ordnungskräfte wie auch persönliche Ansprachen bei den Obdachlosen, deren Verhalten als grob ungehörig einzustufen sei, nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt. Selbst der in Absprache mit der Geschäftsführung eines Lebensmittelhändlers gestartete Versuch, den Zugang zu Alkohol zu erschweren, habe einzig dazu geführt, dass Mittelsleute die Obdachlosen mit Hochprozentigem versorgten. Bereits seit Monaten stehe die Stadt im Austausch mit lokalen Gewerbetreibenden und dem Diakonischen Werk, das Ansprechpartner für Wohnungslose ist. Immer wieder habe man den Obdachlosen mögliche Hilfen aufgezeigt, angeboten diese zu organisieren. Vergeblich.

Zahlreiche Bürger und Geschäftsleute fühlten sich belästigt, beklagten Sachbeschädigungen, sahen die öffentliche Ordnung gefährdet, befürchten ein Verwahrlosen der Innenstadt. Die Direktion eines örtlichen Geldinstitutes steht nahezu täglich erheblichen Verschmutzungen ihrer Außenanlagen gegenüber, inklusive der Wasserspiele, die öffentlich zugänglich sind und stets gern besuchter Begegnungsplatz insbesondere für Familien mit kleinen Kindern ist. Zunehmend deutlicher war zu beobachten, dass Stadtbesucher diesen Platz wie den Bereich zwischen Marktplatz und Zugang zur Friedrich-Ebert-Anlage mieden.

„Auch unsere Kunden hier in der Sparkassengeschäftsstelle in der Darmstädter Straße betrifft diese Situation, im Besonderen im SB-Bereich“, so Vorstandsvorsitzender, Norbert Kleinle. „Die Sicherheit für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter hat erste Priorität. Daher hatten wir bereits in den vergangenen Wochen mehrfach einen Wachdienst beauftragt, um das Nächtigen und den damit verbunden Unannehmlichkeiten für uns und die Kunden in unseren Räumen zu unterbinden“, ergänzt Kleinle.

Durch die nicht länger hinnehmbare Situation sowie geltende Gesetze sah sich die Stadt vor rund zwei Wochen zum Handeln gezwungen. Gemeinschaftlich mit lokalen Gewerbetreibenden wurde ein privater Sicherheitsdienst beauftragt, der im stark belasteten Innenstadtbereich Zeichen setzt. „Diese Initiative hat erkennbar dazu beigetragen, dass sich die Situation im Bereich zwischen Marktplatz, Kreissparkasse und Zugang zur Friedrich-Ebert-Anlage zwischenzeitlich deutlich entspannt hat“, stellt Bürgermeister Stefan Sauer fest.

Trotz der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Thematik bleibe der Todesfall des Obdachlosen Grzegorz Wernik ein tragischer Moment, dem es gelte gerecht zu werden, waren sich Bürgermeister Stefan Sauer und Lucian Lazar, Leiter des Diakonischen Werkes Groß-Gerau/Rüsselsheim, einig. Die Gruppe der Betroffenen, die weitgehend anonym ist, hatte bei einer ökumenischen Feierstunde in der evangelischen Stadtkirche eine Gelegenheit sowohl zum Gedenken als auch zum Austausch.