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15. März 2017

Preis für Regionalgeschichte geht in diesem Jahr nach Groß-Gerau

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Freude über die Verleihung des »Preis der Regionalgeschichte 2017« für die Ausgestaltung der Ausstellung »Wendepunkte - was uns in den 1980er Jahren bewegte« ist den Schülern des Geschichtsleistungskurses der Prälat-Diehl-Schule und ihren Projektbetreuern, Lehrer Udo Stein (links) und Museumsleiter Jürgen Volkmann (rechts), ins Gesicht geschrieben.

Frühlingshaft war die Atmosphäre in Frankfurt als im Historischen Museum etwa 100 Stadt- und Regionalhistoriker zum Tag der Regionalgeschichte 2017 zusammenkamen. Veranstalter dieses Zusammentreffens, das seit 2013 organisiert wird, sind das Historische Museum Frankfurt, die Evangelische Akademie Frankfurt, die Katholische Erwachsenenbildung und das Institut für Stadtgeschichte. In den Fachvorträgen und Workshops widmete sich der Tag in diesem Jahr der Reformation im Rhein-Main-Gebiet. Zwei Experten für Kirchengeschichte, Prof. Dr. Markus Wriedt und Prof. Dr. Matthias Kloft von der Goethe-Universität führten am Vormittag in einem Dialogvortrag faktenreich in das Thema ein.

Direkt im Anschluss kam es zur Verleihung des diesjährigen Preises für Regionalgeschichte, der in diesem Jahr nach Groß-Gerau ging. Dr. Oliver Ramonat und Dr. Jan Gerchow nahmen die Ehrung vor.

In der Laudatio heißt es: „… Der heute zum zweiten Mal zu verleihende Preis der Regionalgeschichte zeichnet beispielgebende Projekte aus, in denen die Geschichte unserer Region ehrenamtlich und unter Beteiligung der Menschen vor Ort erforscht wird. Ausgezeichnet werden originelle Themen, sachgerechte und innovative Methoden, neue Ergebnisse, ein breites Fundament vor Ort und eine nachhaltige Wirkung.“

Es gab dieses Mal vier sehr verschiedene Bewerbungen, die uns die Auswahl schwergemacht haben, so die Laudatoren. Denn bei aller Verschiedenheit, kann man doch die Qualität der Einsendungen und das Engagement gar nicht hoch genug ansetzen und kaum genug würdigen. Sei es eine Internetseite, die Hunderte von Kulturgütern verzeichnet und dokumentiert, ein regionalgeschichtlicher Aufsatz oder ein hervorragend, wirklich vorbildlich gestaltetes Museum in einem Frankfurter Stadtteil Preungesheim.

Am Ende haben die genannten Kriterien den Ausschlag gegeben, erläuterten die Laudatoren weiter: „Der Preis der Regionalgeschichte 2017 geht an ein Gemeinschaftsprojekt aus Groß-Gerau. Das Projekt nennt sich `Wendepunkte – was uns in den 1980er Jahren bewegte`. Es wurde vom örtlichen Gymnasium, genauer gesagt einem Geschichts-Leistungskurs, und dem Museum vor Ort ermöglicht. Als Ergebnis können die engagierten Regionalhistoriker eine Ausstellung im Stadtmuseum Groß-Gerau vorweisen. Diese Ausstellung wurde in einem Gemeinschaftsprojekt mit weiteren Mitwirkenden erarbeitet. Die Schüler haben die Ausstellung mitgestaltet sowie thematisch wesentlich bestimmt und beeinflusst. Sie wurden also als aktive und gleichberechtigte Partner einbezogen. Der verantwortliche Lehrer ist neben seinem Schuldienst regelmäßig in dieser Weise aktiv. Das Einbeziehen von jungen Menschen im Sinne der Ausschreibung ist bei diesem Projekt in besonderer Weise und vorbildlich gelungen. Die Ausstellung ist übrigens noch bis zum 30. April geöffnet. Sie können sich also selber ein Bild machen.“

Die Jury des Preises der Regionalgeschichte beurteilten die Präsentation „Wendepunkte – was uns in den 1980er Jahren bewegte“ und vor allem die Art und Weise, wie sie entstanden ist, als außerordentlich gelungen.

Die beiden Initiatoren und Betreuer des Projektes, der Pädagoge Udo Stein und Museumsleiter Jürgen Volkmann, nahmen Gelegenheit, Dank auszusprechen und ein kurzes Statement abzugeben. Udo Stein hob hervor, dass sich aus dem Schulnamen Prälat-Diehl-Schule eine Verbindung zur Thematik des Tages der regionalen Geschichte 2017 ergibt. Wilhelm Diehl habe die Reformation in Hessen am gründlichsten erforscht. Jürgen Volkmann wies darauf hin, dass der aktuellen Ausstellung schon zahlreiche Geschichtsprojekte in Zusammenarbeit des Stadtmuseum mit der Prälat-Diehl-Schule in Form von Ausstellungen, Zeitzeugengesprächen und Ortsrundgängen vorausgegangen seien. Zu erwähnen seien exemplarisch die Ausstellungen „Mensch und Natur im Barock“, „Kindheit in Groß-Gerau“, „Höhere Bildung in Groß-Gerau“ und zuletzt die intensive Aufarbeitung der Geschichte des neuen Oberstufen-Standortes auf dem Gelände der ehemaligen Gardinenfabrik Matthes und des Press- und Stanzwerkes Faulstroh. Der Preis stelle einen Ansporn dar, diese Kooperation auch zukünftig engagiert mit Leben zu füllen, zeigten sich Udo Stein und Jürgen Volkmann überzeugt.